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Checkliste

Was muss ein gutes Baugrundgutachten alles enthalten?

Ein gutes Bodengutachten sollte folgende inhaltliche Mindestanforderungen erfüllen:

  • Allgemeine Angaben zum geplanten Bauwerk / Gebäude, Bauort, Auftraggeber, Geländebeschreibung,
     
  • Untersuchungsumfang und Besonderheiten, ggf. Zusatzuntersuchungen, der durchgeführten Feld- und Laborversuche
     
  • Beschreibung der Geologie und Hydrogeologie

  • Informationen zum Grundwasser:
    • Erschlossene Tiefenlage am Tage der Sondierung bzw. Bohrung,
    • Durchlässigkeit des Grundwasserleiter (Aquifers) nach DIN 18130,
    • bestehende Vorflut.
    • Aus Langzeitbetrachtung ermitteltes mittleres Höhenniveau, Schwankungsbreite, Höchst- und Niedrigststände (MW, HW, HHW),
    • mögliche ökologische Belastungen durch Altablagerungen / Altlasten,
    • Angaben / Untersuchung zur Betonaggressivität (DIN 4030) des Grundwasser,
    • Nennung des Bemessungswasserstandes in mNN.,
       
  • Bodenkenngrößen
    • Wichte, Wichte unter Auftrieb, Reibungswinkel, Kohäsion
    • Steifemodul,
    • Frostempfindlichkeit,
    • Bodengruppe (DIN 18196),
    • Bodenklasse (DIN 18300) für alle erschlossenen Böden,
       
  • Angaben zur Gründung:
    • aufnehmbarer Sohldruck (DIN 1054),
    • Bettungsmodul,
    • Angaben zum Bodenaustausch (falls erforderlich),
    • Sondergründungsmaßnahmen,
       
  • Angaben / Untersuchung zur Frostsicherheit und Frostschutzmaßnahmen (ZTVE-StB, DIN 1054),
     
  • Ausführungen und Vorgaben zum Erdbau:
    • Baugruben und Gräben (DIN 4124),
    • bauliche Sicherungsmaßnahmen,
    • Unterfangungen (DIN 4123),
    • Verdichtung: Angaben von geforderten Verdichtungswerten --> Verdichtungsprüfung,
    • Eignung und Einbaugüte von Bodenaustauschmaterial und Geotextilien (falls erforderlich),
       
  • Lastfalleinschätzung und Vorgaben zur Bauwerksabdichtung (Stichwort: "weisse Wanne")
     
  • Notwendigkeit von Bauwasserhaltungsmaßnahmen,
     
  • Generelle Aussagen zur Versickerungsfähigkeit des zur Versickerung geplanten Untergrundes
     
  • Notwendigkeit von Abnahmen, Kontrollprüfungen und/oder zusätzlichen Maßnahmen, möglich durch örtliche Fachbauleitung,
     
  • Hinweise zu Auffälligkeiten / Besonderheiten / Gefahren,
     
  • Hinweise auf die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen (Böschungsbruchberechnung, Setzungs-berechnungen, Grundbruchberechnungen etc.).

Zusätzlich sollten folgende (je nach baulichen Erfordernissen) Angaben enthalten sein:

  • (Maßstäblicher) Lageplan mit Baufeld, Bohransatzpunkten, Maßstab, Höhenbezugspunkt,
  • Bohrprofile (DIN 4023), Schichtansprache, Mächtigkeiten, Probenahme, Konsistenz, Lagerungsdichte, Fremdbestandteile, Grundwasserstände, Feuchteangaben,
  • Sondierprofile der Rammsondierungen,
  • Protokolle der Gelände- und/oder Laborversuche,
  • Laborprüfberichte zur chemischen Analytik,
  • Rechnerische Nachweise (falls ausgeführt).

Eine rein tabellarische Gutachtenfassung reicht nicht aus, da es sich bei der Baugrundbeurteilung um die Darstellung komplexer Sachverhalte handelt, die einer ausführlichen Erläuterung bedürfen.