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Stoffliche Verwertung von Altholz in Gefahr

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Dem stofflichen Recycling einen Vorrang einzuräumen - die billige Rutschbahn in die Verbrennungsanlagen verhindern. Diesem Appell stimmt das Bundesministerium für Umwelt zwar grundsätzlich zu, hält sich aber mit Entscheidungen oder Konsequenzen eher bedeckt, so das Resümee des ersten Altholztages in Köln. Jetzt ist die Politik gefordert, den ordnungspolitischen Rahmen für die deutsche Altholzverwertung zu verbessern. Die finanzielle Förderung von immer neuen Biomassekraftwerken durch das Erneuerbare Energien Gesetz muss gestoppt werden. Darüber hinaus gibt es zu viele Müllverbrennungsanlagen, die den wertvollen Rohstoff Altholz mit nur geringer energetischer Effizienz gemeinsam mit anderen Abfällen verfeuern. Die Verbände bvse und BAV wollen daher einen Vorrang für die stoffliche Verwertung im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz verankern. ...

Derzeit besteht nach Einschätzung der Scholz-Gruppe, einem in Europa führenden Aufbereitungsunternehmen im Bereich der Stahl- und Metallschrottabfälle, allerdings zunehmend die Gefahr, dass Überkapazitäten in der Müllverbrennung und im Bereich der Ersatzbrennstoffkraftwerke (EBS-Kraftwerke) die stoffliche Verwertung von Abfällen gefährden.

Schon der VKS im VKU habe erst jüngst ermittelt, dass allein seit 2005 10,3 Millionen Tonnen an zusätzlichen Kapazitäten in der Müllverbrennung und in EBS-Anlagen entstanden sind. „Der von Kommunen und privaten Unternehmen vorangetriebene Ausbau der Verbrennungskapazitäten hat dazu beigetragen, dass beispielsweise eine Aufbereitung von Shredderleichtfraktion wirtschaftlich kaum mehr darstellbar ist. Überkapazitäten in der Verbrennung haben eine Sogwirkung auf alle organikhaltigen Abfälle“, sagte Oliver Scholz, Vorstand der Scholz AG. Dadurch bestehe in Deutschland die Gefahr, dass Verwertungsquoten unterlaufen werden. So werde zukünftig auch die Umsetzung der neuen fünfstufigen Abfallhierarchie nahezu unmöglich.

Die Experten der Scholz-Gruppe sehen mittel- und langfristig nicht nur die Gefahr der direkten Verbrennung der Shredderleichtfraktion, sondern auch von zahlreichen Kunststofffraktionen, Altholz,
gemischten Gewerbeabfällen und anderen Abfallströmen.

Damit einhergehen würde eine wahre Vernichtung wertvollen Ressourcenpotenzials. Dies könne nicht im Sinne einer hochwertigen Kreislaufwirtschaft sein, zudem müsse das Klimapotenzial gesehen werden. „Schließlich ist in der Zwischenzeit bewiesen, dass insbesondere die stoffliche Verwertung von Abfällen einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet“, sagte Oliver Scholz.

 

Zuletzt geändert am: 21 Mar 2011 um 11:34 PM
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